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Bildung für nachhaltige Entwicklung im Jugendsport

Heute werfen wir einen Blick auf den Jugendsport und erkennen, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) hier besonders sinnvoll ist! Warum das so ist und wie BNE im Jugendsport einbezogen werden kann, erfährst du in diesem Artikel!



Nachhaltige Entwicklung - ein ergebnisoffener Prozess

Nachhaltige Entwicklung strebt danach, gegenwärtigen sowie zukünftigen Generationen ein gelungenes Leben unter gleichen Chancen zu ermöglichen. Das bedeutet, dass auch Generationen in Zukunft nicht benachteiligt werden dürfen. Mit Bildung für nachhaltige Entwicklung soll das Bewusstsein dafür geschult werden und Fähig- und Fertigkeiten entwickelt werden, um die Bedingungen und Zustände aktiv mitgestalten zu können – für eine gerechte Zukunft, für alle. Nachhaltige Entwicklung ist dabei ergebnisoffen. Das bedeutet, dass die Herangehensweisen und Umsetzungsmöglichkeiten unterschiedlich sein und ständig weiterentwickelt werden können. Es benötigt viele Lern- und Gestaltungsprozesse, die mittels Bildung vorangetrieben werden und zu dem gewünschten globalen Mentalitätswandel führen sollen.

Hier liest du unseren Artikel "Bildung, bitte! Bildung für nachhaltige Entwicklung als Grundstein für eine bessere Zukunft" nach!


Alle Menschen sollen gleichermaßen in ihren Fähig- und Fertigkeiten angeregt werden, damit sie sich entfalten und selbstbestimmt leben können. Eine verantwortungsvolle Haltung zur gesamten Welt, der Gesellschaft und sich selbst steht dabei immer im Mittelpunkt (Siebert 2005). Jugendsport setzt an Lebensbedingungen und Potenzialen von Jugendlichen an – und macht ihn darum umso wertvoller für BNE


Jugendsport kann zu einer verantwortungsvollen Haltung zu sich selbst und der gesamten Welt beitragen.

Erweiterung des Horizonts durch Bildung

Für Bildung braucht es Horizonterweiterung, was die Erweiterung von Wahrnehmungen notwendig macht. Das Erleben und Lernen mit allen Sinnen sind hier gewinnbringend. Organisierter Jugendsport setzt hier und unmittelbar an den Lebensbedingungen und Potenzialen von Jugendlichen an – hier soll die Förderung einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit stattfinden.



Nachhaltige Ziele können auch hier Einzug finden und Bezüge hergestellt werden, wie die Deutsche Sportjugend in ihrer Arbeitshilfe für Multiplikator/-innen zeigt:


„Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln

Das Konzept der Nachhaltigkeit in seinen Konsequenzen für künftige Entwicklungen im Kinder- und Jugendsport (z.B. im Bereich Sport und Natur) durch Verknüpfung unterschiedlicher Zugänge und Denkweisen analysieren und beschreiben können, so dass Einsichten in die Vielschichtigkeit der Herausforderungen und die Komplexität ihrer Bearbeitung gegeben werden können (z.B. umwelt- und sozialverträgliche Befahrensregelungen im Wassersport zum Schutz der Natur bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Interessen des Sports).

Bestehende Konzepte der nachhaltigen Entwicklung im Bereich des Sports kennen, darstellen (z.B. nachhaltige Dimensionen von Sport(groß)veranstaltungen und Lösungsansätze zur Verringerung von Umweltbelastungen unter Berücksichtigung sozialer und ökonomischer Aspekte) und einzelne Ansätze kreativ weiterentwickeln können (z.B. Müllvermeidungsaktivitäten im Rahmen der Veranstaltung von Vereinsfesten oder kreative Müllsammelaktionen).


Sich und andere motivieren können, aktiv zu werden

Impulse, die in Bildungsseminaren – etwa durch Freiwillige in FSJ und BFD – erworben wurden, an Kinderund Jugendgruppen im Sportverein weitergeben, etwa im Rahmen von Jahresprojekten, Aktionstagen oder Themenwochenenden.

Motivationen für die Teilhabe an demokratischen Entscheidungsprozessen im Sport und an nachhaltigem Handeln beschreiben und Verfahren der Selbstmotivation zum Engagement für nachhaltige Sportausübung anwenden können.


Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können

Kriterien der Produktion und des Kaufs von Produkten unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten kennen und bewerten können (z.B. Produkte mit dem Blauen Engel, fair produzierte Sportkleidung und -artikel).

Hintergründe, Formen und Auswirkungen des eigenen Lebensstils (Konsum, Mobilität und Freizeitgestaltung) und des Lebensstils anderer Personen sowie Gesellschaften beschreiben und auf die Lebens- und Arbeitssituation anderer Menschen sowie auf die Biosphäre übertragen können (z.B. soziale, ökologische und ökonomische Effekte der Freizeitmobilität, Auswirkungen umweltunverträglichen Sporttreibens auf Flora und Fauna).“ DSJ 2014


Gemeinsam über den eigenen (nachhaltigen?) Lebensstil reflektieren - das ist auch z.B. im Fußball möglich!

Es ist also möglich und notwendig, Bildung für nachhaltige Entwicklung im organisierten Jugendsport, beispielsweise in Vereinen, einen fruchtbaren Nährboden zu geben. So kann mit allen Sinnen gelernt werden und eine nachhaltige Entwicklung im und durch Sport vorangetrieben werden!


Gibt es in deinem Sportverein bereits Ansätze dazu?

Lass es mich gerne wissen!


Julia von move4sustainability



Weiterführende Informationen:

Siebert, H. (2005): Pädagogischer Konstruktivismus. Lernzentrierte Pädagogik in Schule und Erwachsenenbildung. Weinheim und Basel


Deutsche Sportjugend DSJ (2014): Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Sport. Eine Arbeitshilfe für Mulitplikator/-innen. Frankfurt am Main. URL: https://www.dsj.de/fileadmin/user_upload/Mediencenter/Publikationen/Downloads/BNE_Broschuere_2014.pdf

Über die Autorin:

Julia Wlasak ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Schul- und Hochschulbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit im Nachhaltigkeits- und BNE-Kontext bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.