• Julia

Grün, grün, grün sind alle meine...Sportevents!

Aktualisiert: Feb 13

Der Begriff Green Event wird zunehmend angesagter, besonders im Sportbereich. Und das zurecht! So manchem sind bestimmt bei Sportevents die unglaublichen Mengen an Plastikbechern und Co. aufgefallen, die (trotz mühevoller Reinigungsarbeiten noch Tage nachdem sich der letzte Läufer über die Ziellinie geschleppt hat) auf Straßen, Wiesen und Bäumen herumkugeln. Das muss nicht sein!


Was sind „Green Events“?

Green Events wollen jedoch mehr als lediglich die Eindämmung bzw. Vermeidung von Plastik. Green Events streben danach, die gesamte Veranstaltung, angefangen bei der Planung bis zu Organisation und Umsetzung, im Sinne der Nachhaltigkeit aufzuziehen. Dabei sollen Treibhausgase (die besonders durch An- und Abreisen schnell in die Höhe schnellen können) so gut es geht vermieden, verringert oder kompensiert werden. Neben ökologischen Aspekten müssen für ein rundum grünes Event auch soziale und wirtschaftliche Dimensionen der Nachhaltigkeit berücksichtigt werden. Das gilt beispielsweise für soziale Verantwortung wie Barrierefreiheit und Jugendschutz oder die Unterstützung lokaler Betriebe und der regionalen Wertschöpfung.


Green Events berücksichtigen in ihrer Planung, Organisation und Umsetzung alle Dimensionen der Nachhaltigkeit.

Welche Bereiche müssen bei einem Green Event berücksichtigt werden?

Eine verpflichtende, rechtliche Umsetzung von Green Events gibt es momentan noch nicht. Veranstalter können sich jedoch freiwillig engagieren und auf nachhaltige Aktionen setzen. Es gibt eine Auswahl an Themenbereichen, die den Weg zu einem Green Event ebnen. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus zeigt über die „Infothek Green Events Austria“ neun Kategorien auf, die sich über die gesamte Breite aller Nachhaltigkeitsaspekte spannen.


Folgende Kategorien sind für die Abhaltung eines Green Events nicht mehr wegzudenken:


Mobilität und Klimaschutz

Mobilität und Klimaschutz spielen bei der Reduzierung von CO2 eine entscheidende Rolle. Die Teilnehmenden reisen meist weit, um an ihrem Lieblingsevent teilzunehmen. Hier macht es beispielsweise Sinn, Auskunft über die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu geben und spezielle Ermäßigungen bzw. Kooperationen mit den Verkehrsbetrieben auszuhandeln. Viele Tickets von Sportevents machen beispielsweise Freifahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am Event-Tag möglich.


Eventlocation und Unterkunft

Anbieter der Eventlocations sollen bevorzugt lokale Anbieter sein, durch welche die regionale Wertschöpfung verbessert wird. Für die Unterbringung sollte eine Auswahl an Hotels mit beispielsweise Umweltzeichen herausgesucht und angeboten werden. Auch hier eignet sich wieder eine Kooperation, die die Unterbringung in zertifizierten Betrieben nicht nur günstiger, sondern auch nachhaltiger macht.


Energie, Wasser, Sanitär

In diesen Bereich liegt der verantwortungsvolle Umgang und Einsatz energieeffizienter Geräte, Kooperationen mit Ökostrom-Anbietern sowie das Angebot von Wasserbars oder Trinkbrunnen.


Verpflegung und Catering

Hier sollte auf Cateringunternehmen Wert gelegt werden, die beispielsweise auch mit dem Umweltzeichen zertifiziert sind oder ein Bio-Zertifikat besitzen. Hinzu kommen die Einhaltung eines ressourcenschonenden Umgangs mit Lebensmitteln, wodurch weniger Lebensmittel weggeworfen werden und das Angebot von Lebensmitteln mit einer niedrigeren CO2-Bilanz.


Un-Fun Fact:

Die Europäische Kommission schätzt, dass in der EU pro Person und Jahr 173 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen werden.


Beschaffung und Abfall

In diese Kategorie fallen beispielsweise Abfalltrennung,-vermeidung und -entsorgung sowie Papier, nachhaltiges Büromaterial und Reinigungsprodukte.

Eventausstattung und -technik

Darunter fallen u.a. nachhaltige Eventmöbel (die in etwa zu mieten sind) und Veranstaltungstechnik, die Kompensationen anbietet.


Soziale Verantwortung

Soziale Verantwortung auf einem Green Event betrifft u.a. Barrierefreiheit, damit allen Menschen eine Teilnahme möglich ist. Ebenfalls darunter fallen Kooperationen mit sozioökonomischen Partnern, Event Security und Jugendschutz, indem alkoholfreie Drinks und Bars angeboten und Jugendschutzgesetze beachtet werden.


Kommunikation und Ticketing

Kein Green Event ohne nachhaltige Einladungen! Unter Kommunikation und Ticketing werden Möglichkeiten angeboten, wie nachhaltige Einladungen aussehen können und nachhaltige Werbematerialien sowie weitere Informationsmaterialien, die auf nachhaltiges Handeln hinweisen, erstellt werden.


Weitere Informationen

Unter weitere Informationen finden Veranstalter Ideen und Good Practice Beispiele für Green Events sowie Förder- und Beratungsmöglichkeiten in deiner Nähe.


Die Kategorien für Green Events der „Infothek Green Events“ ist sehr umfassend und adressiert alle Bereiche der Nachhaltigkeit, die für nachhaltige (Sport-)Veranstaltungen miteinbeziehen müssen.

Nähere Infos und Ausformulierungen zu den einzelnen Kategorien kannst du auf http://infothek.greenevents.at/ nachlesen. Hier bekommst du auch Vorschläge für Kooperationen und Ansprechpartner, die dich am Weg zu deinem nachhaltigen Event unterstützen.


(Sport-)Events sind eine tolle Sache. Noch besser sind sie, wenn sie nachhaltig sind!


Vielleicht bist du Eventveranstalter/in und möchtest dein nächstes Event grün gestalten und mit gutem Gewissen ein Top-Event organisieren?

Oder du erzählst anderen davon und bewirkst so ein Umdenken in der Sporteventszene!


Viel Spaß auf deinem nächsten Green Event!

Julia von move4sustainability


Über die Autorin:

Julia Wlasak ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Schul- und Hochschulbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit im Nachhaltigkeits- und BNE-Kontext bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.