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Nachhaltiger Wintersport – ein Ding der Unmöglichkeit?

Aktualisiert: Feb 13

Der Wintertourismus spürt bereits jetzt die Folgen der Klimakrise. Zwar liegt die Anzahl der Nächtigungen für Wintertourismus in beispielsweise Österreich wieder deutlich über der des Vorjahres. Zunehmend muss aber in vielen Tal nahen Skigebieten fast ausschließlich mit Schneekanonen für geeignete Pistenverhältnisse gesorgt werden. Massentourismus schädigt nicht nur die Umwelt, sondern sorgt auch für genervte Gemüter bei langen Wartezeiten im Skigebiet. Das regt nicht nur zum Nachdenken an, sondern trübt Erwartungen und die Freude am Skifahren, Snowboarden und Co. Eingefleischte Wintersportler*innen und Schulskikurse haben dennoch die Möglichkeit, ihren Wintersport nachhaltiger zu gestalten und müssen nicht komplett darauf verzichten. Schließlich bietet Wintersport nicht nur Abwechslung und stärkt Fitness und Gesundheit. Auch das Erleben von und in der Natur eröffnet Möglichkeiten, ökologische Zusammenhänge besser zu verstehen und Naturdistanz abzubauen.


Mehr zum Thema Naturdistanz liest du hier nach!


Eins sein mit der Natur - Wintersport

Was du tun kannst, um Wintersport nachhaltiger zu machen, haben wir dir in 4 praktischen Umsetzungsideen zusammengefasst!


„Sind wir schon da?“

In der Ferienzeit drängen sich Autokolonnen auf die Straßen. Das Ergebnis sind lange Staus und umso längere Wartezeiten, die auf der Straße statt auf herrlich weißen Pisten verbracht werden. Je höher das angestrebte Winterskigebiet lokalisiert ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit für lange Wartezeiten und niemals endende Autokolonnen. Das kann ganz schön nerven und hat mit einem entspannten Start in den wohlverdienten Skiurlaub recht wenig zu tun. Damit du entspannt und pünktlich an deinem Zielort ankommst, empfehlen mehr und mehr Tourismusgebiete die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn. Da im Schnitt pro Winterurlaub beinahe 75% der CO2-Emissionen auf die An- bzw. Rückfahrt zurückzuführen sind, macht die Anreise mit der Bahn schon einiges wett. Zwar muss dementsprechend geplant werden und Gepäck kompakt gehalten werden. Die Anreise gestaltet sich dafür umso rascher und umweltfreundlicher – und ein wunderschöner Ausblick während der Fahrt ist gleich inklusive!

Im Stau - so muss der Winterurlaub nicht beginnen!

Verleih-Service statt neu kaufen

Jährlich kommen neue Wintersportprodukte auf den Markt. Das verlockt dazu, die neuesten technischen Fortschritte bei Skiern und Boards zu kaufen und auszuprobieren. Der Ressourcenverbrauch ist dabei aber enorm. Anstatt regelmäßig neue Ausrüstung zu kaufen, ist Ausleihen eine echte Option. Es wird nicht nur gespart, es besteht auch die Möglichkeit, viele unterschiedliche neue Produkte auszuprobieren – und das zu einem fairen Preis. Das macht Spaß und gibt dir immer wieder ein neues Fahrerlebnis. Zudem unterstützt du lokale Anbieter vor Ort. Reist du mit der Bahn an, macht es umso mehr Sinn, Material vor Ort auszuborgen. Du musst dich nicht darum sorgen, etwas vergessen zu haben und sparst dir unnötiges Herumschleppen! Willst du langfristig in eine neue Ausrüstung investieren, wirf gerne einen Blick auf diverse Second Hand-Angebote. Diese sind nicht nur günstiger und von guter Qualität, sondern auch ressourcenschonend.


Auf der Spur bleiben

Tiefschnee und freie Geländefahrten mögen sehr verlockend sein. Abfahrten auf nicht gekennzeichnetem Gelände haben allerdings nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Zwar mag eine Abfahrt im Tiefschnee mutterseelenallein ein Erlebnis sein, der Tier- und Pflanzenwelt tut man aber nichts Gutes. Junge Bäume werden dabei vernichtet und meist werden Tiere so erschrocken, dass sie bis zur tödlichen Erschöpfung fliehen. Das muss nicht sein für den eigenen Serotonin-Flash. Eine ausgiebige Schneeschuhwanderung ermöglicht ebenfalls ein wunderschönes Naturerlebnis – ohne das ökologische Gleichgewicht zu stören.

Verantwortungsvolles Handeln im Wintersport fördert die Nachhaltigkeit

Der Müll muss mit

Man möge meinen, dass es eine Selbstverständlichkeit sei, den eigenen Müll wieder mitzunehmen. Dennoch zeigt sich leider, dass gerade im Bereich von Sesselliften Müll oft und lange liegen bleibt. Das stellt eine Gefahr für die ansässige Tierwelt dar. Achte darauf, dass du deinen Müll nicht liegen lässt. Nimm ihn am besten, wenn du dich am Berg befindest, mit ins Tal und entsorge ihn dort sachgemäß. So können noch viele nach dir ein schönes Winterwunderland vorfinden.



Wintersport kann’s einfach! Selten fühlt man sich dermaßen im Einklang mit der Natur. Achtest du in Zukunft auf unsere Tipps, bleiben uns allen diese Naturerlebnisse länger erhalten!


Wie setzt du nachhaltigen Wintersport um? Ich bin gespannt auf deine Antworten!


Think hard, ski smart!


Julia von move4sustainability

Über die Autorin:

Julia Wlasak ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Schul- und Hochschulbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit im Nachhaltigkeits- und BNE-Kontext bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.