Inklusives Taekwondo: Wie Sport für mehr Altersgruppen zugänglich wird

Julia Wlasak Kategorie: Nachhaltiger Sport Dec 14
Reading Time: 2 minutes

Für das neue Jahr mal etwas Neues ausprobieren – zum Beispiel Taekwondo? In diesem Blogartikel zeigen wir, wie inklusives Taekwondo Teilhabe im Sport fördern kann und warum das ein echter Hebel für soziale Nachhaltigkeit im Vereinsalltag ist. Wir haben euch die wichtigsten Erkenntnisse aus einem Erasmus+ Projekt (OeAD) mitgebracht, das zeigt, welche Learnings sich auch auf andere Sportarten übertragen lassen.

Fürs neue Jahr mal etwas Neues ausprobieren – zum Beispiel Taekwondo? Wer dabei an harte Wettkämpfe und ausschließlich junge Athlet:innen denkt, übersieht das Potenzial, das in inklusivem Taekwondo steckt: ein niedrigschwelliger Einstieg, flexible Formate und ein starkes Miteinander können Taekwondo zu einem Sport für mehr Lebensphasen machen. Und damit auch zu einem Hebel für soziale Nachhaltigkeit, von dem auch Vereine profitieren.

Mobilitätsprojekt Wien Taekwondo Centre: Taekwondo für alle

Genau das zeigt ein Erasmus+ Sport Mobilitätsprojekt des Wien Taekwondo Centre. Das Team hat bei Partnern Nord- und Südeuropa beobachtet, wie Angebote für Erwachsene und junge Eltern funktionieren und welche Stellschrauben echte Teilhabe ermöglichen.

Die spannendsten Learnings lassen sich gut auf andere Sportarten übertragen:

• Freizeit statt Leistungsdruck: Erwachsene kommen oft wegen Fitness, Stressabbau und sozialem Kontakt. Und nicht wegen Turnieren. Ein Fokus auf Spaß und Gesundheit reduziert Hemmschwellen.
• Trainingszeiten, die zum Leben passen: Spätere Trainingszeiten, zum Beispiel abends, und Wochenenden helfen Berufstätigen und Eltern. Diese simple Anpassung stärkt die soziale Nachhaltigkeit, weil sie Teilhabe strukturell ermöglicht.
• Inhalte vereinfachen und öffnen: Weniger komplexe Techniken, mehr Fitness Elemente, klare Progression und eine einladende Atmosphäre. Denn so wird Training zugänglich, unabhängig von Voraussetzungen oder Vorerfahrung.
• Diversität als Gewinn: Wenn Generationen gemeinsam trainieren, profitieren beide Seiten: die einen von Energie, die anderen von Erfahrung und Gelassenheit.
• Gemeinschaft bewusst fördern: Gruppenübungen, gemeinsame Aktivitäten und ein „Wir“ erhöhen Motivation und Bindung. Und das sind Grundpfeiler sozialer Nachhaltigkeit im Sport.

Zum Projekt und Projektbericht des Wien Taekwondo Centers kommt ihr hier!

Was heißt das für Vereine jenseits von Taekwondo? Prüft eure Barrieren: Zeiten, Sprache, Einstiegshürden, Leistungslogik, Atmosphäre, Zugänge für Eltern. Oft reichen zwei bis drei Pilottermine, um zu sehen, was funktioniert. Gerade im Breitensport entscheidet das Setting über Dranbleiben und Zugehörigkeit. Mit kleinen Veränderungen kann soziale Nachhaltigkeit spürbar werden. Und inklusives Taekwondo wird zur Blaupause für Handball, Tennis, Klettern oder Laufgruppen.

Am Ende zeigt sich: inklusives Taekwondo entsteht nicht durch große Schlagworte, sondern durch kluge, alltagstaugliche Entscheidungen im Training. Von passenden Zeiten über einfache Einstiege bis zu einer Kultur, in der sich Menschen wirklich willkommen fühlen. Genau so wird soziale Nachhaltigkeit im Sport erlebbar: mehr Teilhabe, mehr Gemeinschaft, mehr Bindung. Und das ist nicht nur für Taekwondo relevant, sondern für jede Sportart, die neue Zielgruppen erreichen und langfristig stärken will. Was meint ihr: Wo seht ihr in eurem Sport die größten Hürden? Und welche Anpassung würde in eurem Sport am meisten Wirkung entfalten?

Portrait

Julia ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Nachhaltigkeitsbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit darin bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.

FAQs

  1. Was ist inklusives Taekwondo?
    Ein Trainingsansatz, der Zeiten, Inhalte und Atmosphäre so gestaltet, dass mehr Menschen teilhaben können.
  2. Wie hängt das mit soziale Nachhaltigkeit zusammen?
    Weil Teilhabe, Gemeinschaft und faire Zugänge langfristig stabile Vereinsstrukturen fördern.
  3. Welche erste Maßnahme ist schnell umsetzbar?
    Ein zusätzlicher Abendtermin oder ein „Adults Basics“ Kurs mit niedrigem Technikdruck.


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