Nachhaltigkeit in der easycredit BBL – wie geht es weiter? Nachhaltigkeit im Basketball
Basketball lebt von Tempo, Emotion und Gemeinschaft. Genau deshalb hat die easycredit Basketball Bundesliga das Thema Nachhaltigkeit auf Liga-Ebene strukturiert angepackt: Es geht nicht um ein paar grüne Einzelaktionen, sondern um einen gemeinsamen Rahmen, der ökologische, soziale und organisatorische Wirkung messbarer machen soll. Nachhaltigkeit in der BBL wird damit Schritt für Schritt vom Zusatzthema zur Führungsaufgabe. In diesem Blogartikel erfährst du alle Details!

BBL Strategie als gemeinsamer Rahmen
Im Zentrum steht eine ligaweite Nachhaltigkeitsstrategie, die von allen 18 Clubs bei ihrer Tagung am 27. September 2022 in Frankfurt einstimmig beschlossen wurde. Die Orientierung erfolgt an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Aus fünf priorisierten SDGs wurden 15 Subziele abgeleitet, je drei pro SDG, mit individuellem Spielraum in der Umsetzung je Club.
Wichtig ist dabei der Mechanismus: Umsetzung startet nicht irgendwann, sondern wurde bereits in der Saison 2022/23 vorbereitet und wird seit der Spielzeit 2023/24 schrittweise über Regularien und Lizenzierung verbindlicher. Dazu gehören unter anderem die Messung des CO2 Fußabdrucks als Ausgangspunkt für Klimaschutzmaßnahmen sowie die Verpflichtung, Nachhaltigkeitsmanager:innen zu implementieren. Die BBL selbst hat zudem einen Nachhaltigkeitsmanager benannt, den Standort der Geschäftsstelle klimaneutral zertifizieren lassen und den Aufbau eines Klimafonds angestoßen. Das ist ein klares Signal: Nachhaltigkeit im Basketball soll systematisch verankert werden, nicht nur kommuniziert.
Was konkret dahinter steckt
Die fünf Handlungsfelder sind bewusst so gewählt, dass sie zur Wirkungsmacht von Profi Basketball passen: Gesundheit und Wohlergehen, hochwertige Bildung, weniger Ungleichheiten, Maßnahmen zum Klimaschutz sowie Partnerschaften zur Erreichung der Ziele. Dahinter stehen sehr praktische Subziele, etwa Kinder und Jugendschutz, Bewegungsangebote und Gesundheitsaufklärung, Anti Rassismus und Inklusion, menschenrechtsbezogene Kriterien in Lieferketten, Reduktion von Emissionen in Mobilität und Geschäftsstellen sowie Zusammenarbeit mit Arena Betreibern, Partnern und Sponsoren.
Besonders spannend ist die Lizenzlogik. In der Nachhaltigkeitsrichtlinie 2024/25 sind acht Subziele als Muss Ziele definiert und Clubs müssen zusätzlich zwei Kann Ziele auswählen, die dann ebenfalls verbindlich werden. Außerdem gibt es einen jährlichen Nachhaltigkeitscheck mit Nachweispflichten, optionaler externer Prüfung und der Möglichkeit von Vor Ort Überprüfungen. Ohne Abgabe ist eine Lizenz nicht möglich, bei Verstößen sind Sanktionen über den Strafenkatalog vorgesehen. Das ist Governance statt Goodwill und genau hier gewinnt Nachhaltigkeit in der BBL an Glaubwürdigkeit.
In der Richtlinie 2025/26 wird das System weiter geschärft: Pro SDG gibt es ein Fokusziel, das überprüft wird, plus zwei Zusatzziele als freiwillige Orientierung. Zusätzlich sind konkrete Fristen im Lizenzprozess genannt, inklusive Stichtag im April und einer Nachreichfrist bis Ende Juni, falls Ziele zunächst nicht erfüllt sind.
Und weil Kultur im Sport immer mit Fans zu tun hat, rückt auch das Verhalten rund um Spieltage in den Fokus. Der Diskurs zeigt, dass Themen wie Anreise, Konsum und Bewusstseinsbildung im Umfeld der Hallen immer relevanter werden.
Zur gesamten Strategie der easycredit BBL kommst du hier!
ALBA BERLIN: Nachhaltigkeitsidee als ganzheitliches Club Modell
Wie das auf Club Ebene aussehen kann, zeigt ALBA BERLIN sehr konsequent. ALBA beschreibt sich als sportlich stark, gesellschaftlich engagiert und ökologisch verantwortlich und ordnet die eigene Wirkung explizit den SDGs zu. Gleichzeitig betont der Club, gemeinsam mit der easyCredit BBL auf verbindliche Nachhaltigkeitsstandards zu setzen und darüber hinauszugehen.
Der soziale Hebel ist beeindruckend greifbar: Über Schul- und Breitensport erreicht ALBA laut eigener Darstellung wöchentlich rund 15.000 Kinder in Berlin und Brandenburg und versteht Sport als Teil von Bildung, Teilhabe und Prävention. Dazu kommen inklusive Angebote wie Rollstuhlbasketball und strukturelle Programme, die Sport, Schule und soziale Räume verbinden.
Das Learning daraus: Nachhaltigkeit im Basketball wird besonders wirksam, wenn sie gleichzeitig im Spielbetrieb, in der Organisation und in der Community Arbeit stattfindet und wenn Ziele und Nachweise sauber geführt werden.
Wie geht es weiter?
Der Weg ist klar: Von der Strategie über überprüfbare Ziele hin zu mehr Transparenz durch Reporting, Best Cases und Weiterentwicklung der Standards. Entscheidend wird vorallem im Jahr 2026 sein, wie konsequent Arenen, Partner, Mobilität und soziale Wirkung zusammen gedacht werden. Wir sind gespannt auf die nächsten News der easycredit BBL und werden das Thema weiterhin verfolgen!
Und wenn du Unterstützung brauchst, um eine eigene Strategie mit konkreten Maßnahmen, KPIs oder einen pragmatischen Fahrplan aufzusetzen: Schreib uns! Wir helfen dir, Nachhaltigkeit strategisch in den Sportalltag zu bringen!

Julia ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Nachhaltigkeitsbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit darin bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.