Bergwelt für alle: Inklusion in den Bergen / Via Alpina Youth Project

Julia Wlasak Kategorie: BNE im Sportunterricht Jun 30
Reading Time: 2 minutes

Berge, Wälder und Wanderwege werden oft als offene Räume wahrgenommen: frei zugänglich, neutral, für alle da. In der Praxis stimmt das nicht immer. Wer sich in Outdoor-Räumen bewegt, trifft nicht nur auf Höhenmeter, Wetter und Gelände, sondern auch auf sichtbare und unsichtbare Barrieren.

Genau hier setzt das Erasmus+-Projekt Via Alpina Youth an. Es macht sichtbar, welche Herausforderungen Menschen beim Zugang zu Berg- und Outdoor-Aktivitäten erleben können – besonders dann, wenn sie neu in diesen Räumen sind oder marginalisierten Gruppen angehören. Der Fokus liegt nicht auf einfachen Antworten, sondern auf einem wichtigen Perspektivwechsel: Wie können Berge, Wanderwege und Outdoor-Angebote inklusiver, sicherer und einladender werden?

Berge sind nicht für alle zugänglich

Wer an Barrieren in den Bergen denkt, denkt oft zuerst an steile Wege oder fehlende Infrastruktur. Doch Inklusion in den Bergen geht weiter. Sprache, Kosten, Ausrüstung, fehlende Erfahrung, Diskriminierung, Unsicherheit oder das Gefühl, „nicht dazuzugehören“, können Menschen ausschließen.

Outdoor-Räume sind nicht neutral. Sie werden durch Zugänge, Kommunikation, Routinen und unausgesprochene Erwartungen geprägt. Wer war schon immer selbstverständlich dabei? Wer wird mitgedacht? Wer fehlt?

Diese Fragen sind zentral, wenn über barrierefrei wandern, inklusive Outdoor-Angebote und Teilhabe in der Bergwelt gesprochen wird.

Inklusion beginnt mit Zuhören und Lernen

Das Via Alpina Youth Project sammelt Perspektiven von Menschen und Organisationen, die sich aktiv für mehr Inklusion in Outdoor-Räumen einsetzen – insbesondere im Alpenraum. Dabei geht es nicht darum, über andere zu sprechen, sondern Erfahrungen ernst zu nehmen und aus ihnen zu lernen.

Inklusion bedeutet, eigene blinde Flecken zu erkennen. Sie beginnt dort, wo wir fragen: Welche Annahmen treffen wir? Welche Gruppen erreichen wir nicht? Welche Hürden übersehen wir, weil sie uns selbst nicht betreffen?

Dieser Lernprozess braucht Offenheit, Mut und die Bereitschaft, Komplexität auszuhalten.

Von der Idee zur Praxis

Es soll natürlich nicht nur bei diesem “Aushalten” bleiben. Konkrete Schritte müssen folgen. Dazu zählen verständliche Informationen, barrierearme Kommunikation, leistbare Angebote, sichere Gruppenräume, diversere Bilder in der Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen mit Menschen, die bisher wenig Zugang zu Outdoor-Angeboten hatten.

Auch kleine Veränderungen können Wirkung zeigen: Beschreibungen von Routen, Hinweise zu Anforderungen, einfache Sprache, transparente Kosten oder Angebote für Einsteiger*innen.

Das Via Alpina Youth Project zeigt: Eine Bergwelt für alle entsteht durch Bewusstsein und Handeln. Weitere Informationen zum Projekt und zum dazugehörigen Papier kommst du hier!

Mit move4sustainability möchten wir dazu beitragen, Materialien, Projekte und Initiativen sichtbar zu machen, die Nachhaltigkeit im Sport stärken und weiterbringen. Es gibt bereits viele wertvolle Ansätze, Erfahrungen und Ressourcen, die mehr Aufmerksamkeit verdienen. Unser Ziel ist es, dieses Wissen zugänglicher zu machen, gute Beispiele zu teilen und Sportorganisationen, Bildungseinrichtungen und engagierte Menschen dabei zu unterstützen, voneinander zu lernen und Nachhaltigkeit Schritt für Schritt in die Praxis zu bringen. Entdecke dazu auch unsere Linkliste mit weiterführenden Materialien, Projekten und Impulsen rund um Nachhaltigkeit im Sport.

Portrait

Julia ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Nachhaltigkeitsbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit darin bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.



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