• Julia

Das Nachhaltigkeitslabel im Sport: sportainable®

Woran kann man beim Sportartikel-Einkauf oder dem Besuch von Sportveranstaltungen Nachhaltigkeit erkennen? Das Interesse, die Sportbranche nachhaltiger zu gestalten und bewusster zu konsumieren ist bei vielen Menschen durchaus gegeben - doch scheitert es oft an fundierten Informationen und Aufklärung. In diesem Artikel berichten wir von dem spannenden Forschungsprogramm sportainable®, das umfassend mehr Nachhaltigkeit in der Sportbranche fördert.



Woran erkenne ich, ob mein neues Laufshirt nachhaltig ist? Ist das Sportevent, das ich besuchen möchte, „grün“? Und wie nachhaltig ist meine Form der Sporternährung? Diejenigen, die sich bereits die ein oder andere Frage gestellt haben, merken vielleicht, dass die Antworten meist nicht leicht zu finden sind. Es fehlt an kompakten Informationen und Hinweisen beim Kauf von Sportartikeln oder beim Besuch von Sportevents, um sich bewusst nachhaltiger verhalten zu können. Das Forschungsprogramm sportainable® setzt hier an: Mit der Entwicklung eines softwaregestützten Bewertungsinstruments soll die Sportbranche im Hinblick auf Nachhaltigkeit neu gedacht werden – und es Menschen ermöglicht werden, im Sport – sei es durch den Erwerb von Sportartikel oder beim Besuch von Sportveranstaltungen - das zu tun, was sie „aus ökologischer Sicht für richtig halten“.

Durchblick in puncto Nachhaltigkeit: bei Sportartikeln oft gar nicht so einfach!

Das Nachhaltigkeitslabel für Sportartikel und -textilien: sportainable®

Sogenannte Nutri-Scores auf Lebensmitteln sind der breiten Allgemeinheit bereits bekannt. Mit einem kurzen Blick auf ein Label auf einem Lebensmittel lässt sich unkompliziert und rasch feststellen, ob die Makro- und Mikronährstoffe der allgemeinen Ernährungsempfehlung der WHO entsprechen. Das kann den gesundheitsbewussten Einkauf um einiges leichter machen und kann Personen bewusstere Kaufentscheidung treffen lassen.


Doch wie sieht es in Bezug auf Nachhaltigkeit insbesondere in der Sportbranche aus? Oftmals ist es gar nicht so einfach, Sportartikel beim Kauf bezüglich ihrer Schadstoff-Emissionen, (un-)fairer Arbeitsbedingungen, Wasserverbrauch und Energieeinsatz einordnen zu können – und wer kann da schon an alles zugleich denken! Unzureichende Informationen, u.a. direkt im Sportgeschäft führen rasch dazu, das Thema Nachhaltigkeit ins Abseits zu stellen.


Wie wurde der Sportartikel hergestellt? Welche Ressourcen wurden verbraucht? Wie sieht es mit fairen Löhnen aus?

Das Team des Forschungsprogramms sportainable® bestehend aus Studierenden unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Peter Kuhn* der Universität Bayreuth, hat es sich mit seinem Partner und Start-Up „planetics“ zur Aufgabe gemacht, hierfür ein spezielles Nachhaltigkeitslabel für Sportartikel und -textilien zu entwickeln. Mit dem Forschungsprogramm sollen Strukturen gefördert werden, wodurch Menschen im Sportbereich so handeln können, wie sie es im Hinblick auf Nachhaltigkeit für richtig halten - und nicht aufgrund mangelnder Information und Aufklärung zum Aufgeben prädestiniert sind. Das Nachhaltigkeitslabel soll hier unterstützen:


 

*Peter Kuhn ist Professor für Sportwissenschaft an der Universität Bayreuth. U.a. durch seine Dissertation Indoor-Sport und Ökologie" im Jahr 1996 gilt er als Pionier der empirischen Sportökologie im deutschsprachigen Raum.

 

An der Farbe des Labels sollen Konsument*innen rasch erkennen können, wie nachhaltig Sportartikel sind und können darauf basierend entscheiden, ob sie sie erwerben möchten. Das Label beschränkt sich jedoch nicht nur auf Sportartikel, sondern soll auf weitere Aspekte der Sportbranche, wie Sportveranstaltungen und Sporternährung, umgelegt werden können.


Das Bewertungsinstrument setzt dabei auf drei grundlegende Säulen:

  • Objektive & einfache Vergleichbarkeit

  • Genauigkeit & Verlässlichkeit

  • Glaubwürdigkeit & Transparenz



Die Entwicklungsphase

Für die Entwicklung eines solchen Bewertungsinstruments braucht es einiges an Vorarbeit. Eine umfassende Befragung von Verbraucher*innen zur Kundenerwartung wurde bereits durchgeführt, um u.a. grundlegende Meinungen und Einstellungen zu einem möglichen Nachhaltigkeitslabel einzuholen. Neben der Abfrage des Wissens über bestehende Siegel und Labels wurden beispielsweise mögliche Kriterien für ein Bewertungsinstrument erfragt sowie etablierte Instrumente der Ökobilanzierung in das Ergebnis miteinbezogen.

Die folgenden Kriterien wurden vorerst festgelegt, um beispielsweise einen Sportartikel in puncto Nachhaltigkeit bewerten zu können:


· Schadstoff-Emission

· Faire Arbeitsbedingungen

· Rohstoffeinsatz

· Faire Löhne

· Wasserverbrauch

· Einsatz und Energie


Auf dem Label soll angezeigt werden, zu welchem Prozentsatz ein Sportartikel die Kriterien (nicht) erfüllt. Bei den ersten Entwürfen des Nachhaltigkeitslabels wurde bereits berücksichtigt, den Kund*innen einen leicht erkennbaren und verständlichen Überblick über nachhaltige Aspekte des entsprechenden Produkts zu geben, um so ihre bewussten Entscheidungen treffen zu können. Nachhaltigkeit auf einen Blick!


Ausblick

Die ersten Schritte für das Bewertungsinstrument wurden also bereits gesetzt. Als nächster Schritt sollen nun die ersten Entwürfe des Bewertungsinstruments weitergedacht werden und die Umfrage und deren daraus gewonnenen Erkenntnisse die Grundlage für weitere Bewertungsinstrumente darstellen.


Neugierig geworden? Weitere Informationen und aktuelle Infos zu dem Forschungsprogramm findest du direkt auf der Webseite von sportainable®



Es bleibt also spannend, wie sich das Nachhaltigkeitslabel weiterentwickeln wird – und wann wir es auch verwenden können! :D Wir freuen uns darauf und wünschen weiterhin viel Erfolg!


Julia von move4sustainability


 

Über die Autorin:


Julia Wlasak ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Schul- und Hochschulbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit im Nachhaltigkeits- und BNE-Kontext bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.