• Julia

Mit sportlicher Sozialkompetenz zur nachhaltigen Entwicklung

Aktualisiert: Feb 13

Nachhaltige Entwicklung

"Eine nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der jetzigen Generation dient, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, auch ihre Bedürfnisse zu befriedigen." Das mag recht kompliziert klingen, heißt aber im Klartext „Hinter mir die Sintflut? Nein, es gibt noch nachfolgende Generationen, die auch in Zukunft ein gutes Leben führen möchten“. Nachhaltige Entwicklung wird aber erst mit Bildung richtig angefeuert. Warum?

Bildung für nachhaltige Entwicklung ermöglicht Problemlösungsstrategien

Bildung, bitte!

Bildung für die angestrebte nachhaltige Entwicklung (BNE) wird als Grundbaustein angesehen, der es Menschen ermöglicht, sich überhaupt mit Nachhaltigkeitsproblemen beschäftigen zu können. Darüber hinaus soll jedes Individuum mit Bildung dazu ermächtigt werden, konkrete Problemlösungsstrategien zu entwickeln.

BNE erfordert vielseitige, sogenannte „Schlüsselkompetenzen“, welche unter den Gesamtbegriff „Gestaltungskompetenz“ fallen. Eine dieser Schlüsselkompetenzen ist die Sozialkompetenz. Im Zusammenhang mit BNE werden dadurch Fähig- und Fertigkeiten wie gemeinsames Planen, Handeln, Motivieren von sich und anderen, Reflexion und Teilhabe an kollektiven Entscheidungsprozessen gestärkt.


Globale Herausforderungen

Wir befinden uns in einer Zeit, in der die Menschheit vor vielen komplexen Herausforderungen steht. Besonders der Klimawandel hat aufgrund vieler Ereignisse große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Jetzt liegt es an der gesamten Menschheit, sich gemeinsam mit diesen Themen zu befassen und Lösungen für diese Herausforderungen zu finden. Nur kooperatives und motiviertes Handeln kann im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung Wirkung zeigen.


Kooperatives Handeln zur Bewältigung komplexer Herausforderungen

Kooperation und Motivation

Gerade Wörter wie „gemeinsam“, „kooperativ“ und „motiviert“ scheinen vermehrt im Sport und Sportunterricht auf und zeigen so, dass Sport die ideale Brücke sein kann, um die globalen Herausforderungen und Nachhaltigkeitsthemen zu adressieren. Soziale Kompetenz im Sport ist eine maßgebende Kompetenz, durch die Fähig- und Fertigkeiten der Lernenden für soziale Interaktionen gestärkt und ausgebaut werden. Diese sozialen Interaktionen sind essenziell für eine gemeinsame, verbindliche Herangehensweise, die nachhaltige Entwicklung fördert.


Sport in der Gesellschaft

Mit Bewegung wird etwas gemeinsam geschaffen, erreicht, es wird gestritten, versöhnt und geteilt. Bewegung steigert das Selbstbewusstsein, vermittelt das Gefühl, etwas erreichen zu können und hinterlässt in einer Aufwärtsspirale positive Erinnerungen, die vermehrt zu weiterer Bewegung führt. Aber auch das Lernvermögen nimmt durch Bewegung zu. Wird Bewegung ausgeübt, zeigt sich eine Wechselwirkung zwischen physikalisch-physiologischen Vorgängen im menschlichen Gehirn und den psychischen Prozessen, aber auch eine Stellung und ein Hineinwachsen in die Gesellschaft. Dabei werden Verhaltensweisen angenommen, die in der Gesellschaft gebilligt bzw. gefördert werden.


Olympic Spirit

Sport vermittelt moralische Prinzipien. Das ist speziell im olympischen Sport und dessen angestrebtem „Optimum des Menschen“ erkennbar. Olympische Athlet*innen verkörpern die Vollkommenheit und tragen dadurch auch moralische Pflichten. Fundamentale Prinzipien des olympischen Sports sind beispielsweise der olympische Gedanke als Lebensphilosophie, die die ausgereifte Balance zwischen Körper, Wille und Geist darstellt. Sport wird mit Kultur und Bildung verbunden und appelliert an ein Leben bestehend aus gewolltem Einsatz, sozialer Verantwortung, Vorbildlichkeit und Respekt. Der olympische Gedanke, der antidiskriminierend ist und Menschen auf der ganzen Welt vereint, sieht Sport als menschliches Recht, das allen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion, politischer Einstellung, Sprache, Besitz oder Status, ermöglicht werden soll. Dieses Optimum zeigt eindeutige Parallelen zum Nachhaltigkeitsgedanken, indem allen Menschen die gleichen Chancen erschlossen werden sollen.


Der olympische Gedanke vereint Menschen weltweit.

Gut kommuniziert ist halb gewonnen

Sport ist Inhalt und Anlass für menschliche Interaktion, vielseitige Kommunikationsprozesse in der Gesellschaft und bietet eine Plattform für unterschiedlichste Arten der Kommunikation. Somit können durch Bewegung auch Inhalte und Kompetenzen einer BNE vermittelt werden und ihnen ein neuer Nährboden gegeben werden, darüber zu sprechen und dadurch bzw. damit zu interagieren. Ein nachhaltiger Lebensstil kann also auch und teilweise besser mit Bewegung nähergebracht werden und in der Gesellschaft angesehenes Verhalten bezüglich einer BNE als Gut vermittelt werden.


Sport und der Sportunterricht haben somit die besten Voraussetzungen, Bildung für nachhaltige Entwicklung zu fördern und Lösungsstrategien für eine nachhaltige Entwicklung anzutreiben.


Jetzt wird es Zeit, Sport und Bildung für nachhaltige Entwicklung endlich nahtlos zusammenzuführen!


Viel Spaß beim Sporteln für die Nachhaltigkeit!


Julia von move4sustainability


Über die Autorin:

Julia Wlasak ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Schul- und Hochschulbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit im Nachhaltigkeits- und BNE-Kontext bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.

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