• Julia

Umsatteln: Radfahren in Kopenhagen

Wir werfen heute einen Blick nach Kopenhagen. Dänemarks Hauptstadt ist nicht nur bekannt für die kleine Meerjungfrau, bunte Giebelhäuser oder das dänische Butterbrot. Fahrradfahrer*innen kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.


I love my bike

Radfahren gilt in Kopenhagen als das Fortbewegungsmittel schlechthin. Passionierte Alltags-Radfahrer*innen beherrschen das Stadtbild. Täglich pendeln 45% der Einwohner*innen mit dem Rad zur Arbeit oder in die Schule. Im Binnenverkehr sind es sogar über 60%. Und das aus gutem Grund. In Kopenhagen sind die Rahmenbedingungen für angenehmes Radeln gegeben. Kurze Entfernungen, flaches Gelände und die gut ausgebaute und flächendeckende Infrastruktur machen den täglichen Arbeitsweg per Rad zum Genuss. Sicherheit ist mit den extra abgetrennten Radwegen von Straßen gegeben und die Radwege führen oft durch Grünanlagen. Erholung inklusive und auch Begründung dafür, dass über ein Viertel aller Familien mit mindestens zwei Kindern ein Lastenfahrrad besitzen. Ein weiterer Fun Fact: Rund 63% aller Parlamentsabgeordneten fahren täglich mit dem Fahrrad ins Zentrum von Kopenhagen zur Arbeit und leben ihre Vorbildwirkung.



Radfahren in Kopenhagen ist sicher, angenehm und flächendeckend – eine Tatsache, die sich viele Städte zu Herzen nehmen könnten.


Beispiel: In Österreichs Hauptstadt Wien kommt die Gesamtanzahl der Radfahrer*innen gerade einmal auf 7% des gesamten Straßenverkehrs. Zwar sank in den letzten Jahren mit dem Bevölkerungsanstieg Wiens auch die Anzahl der Autofahrer*innen. Die Anzahl der Radfahrer*innen steigt jedoch nur schleppend, was auf eine schlecht ausgebaute Infrastruktur und erhöhtes Gefahrenpotential aufgrund enger und teilweise abrupt endender Radwege zurückzuführen ist.


Strategisch umsatteln

Wünsche und Bedürfnisse der dänischen Radfahrer*innen wurden dagegen seit 1973 kontinuierlich im Straßenverkehr eingebaut und zu deren Gunsten ausgebaut. Seit 1993 gibt es in Kopenhagen und in weiten Teilen Dänemarks eine systematische Förderung des Radverkehrs, was die Stadt u.a. mehrmals zur offiziell besten Fahrradstadt weltweit gemacht hat. Dementsprechend wird dieser Ruf auch nach Außen kommuniziert, in etwa durch die Cycling Embassy of Denmarks oder die dänische Fahrradbotschaft. Im Dezember 2011 wurde die neue Fahrradstrategie „Good, Better, Best – The City of Copenhagen’s Bicycle Strategy 2011-2020“ beschlossen, die sich auf die vier Kernbereiche Stadtleben, Komfort, Geschwindigkeit und Sicherheit konzentriert. Schwachstellen in der Infrastruktur werden erforscht und schnellstmöglich behoben – grüne Wellen werden durchgesetzt und Gefahrenzonen aus dem Weg geräumt, um Fahrradfahrer*innen sicher an ihr jeweiliges Ziel zu bringen.


Did you know: „To copenhagenize“ bezeichnet die Umgestaltung von Städten zugunsten von Radfahrer*innen.


Kommt Zeit, kommt Rad – mit dem Bike schnell an’s Ziel!

Radfahren in Kopenhagen gilt neben den gesundheitsfördernden und umweltfreundlichen Aspekten auch als preisgünstigeres und v.a. schnelleres Fortbewegungsmittel im Vergleich zu Autos oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Studien über das Verkehrsverhalten in Deutschland zeigten u.a., dass der Entscheidungsgrund darüber, welches Verkehrsmittel gewählt wird, sich nach dem Zeitfaktor richtet.

Auch hier kann Kopenhagen auftrumpfen und nimmt mit „Den Gronne Sti“ (zu deutsch „Der grüne Pfad“) eine Vorreiterrolle ein. Dieser Schnellradweg verbindet das Stadtgebiet von Kopenhagen mit der Nachbarstadt Frederiksberg in Windeseile.


Mehr zum Radschnellweg erfährst du hier


Wir sind begeistert und hoffen, dass Städte die umweltschonende Verkehrswende alsbald und konsequent umsetzen. Umsatteln auf’s Fahrrad – nicht nur für die Umwelt und Gesundheit, sondern auch für mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben!


Wie oft fährst du mit dem Fahrrad? Würdest du mehr Radfahren, wenn die Wege sicherer wären? Wir freuen uns auf deine Kommentare!


Bike on!

Julia von move4sustainability

Über die Autorin:

Julia Wlasak ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Schul- und Hochschulbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit im Nachhaltigkeits- und BNE-Kontext bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.