Blogreihe Hitzeschutz und Klimaanpassung im Sport / Teil 2: KlimaGesundheit Starter-Set in der Kita von kosmos b
Wie können wir Kinder vor Hitze, starker UV-Strahlung und weiteren gesundheitlichen Folgen der Klimakrise schützen? Im zweiten Teil unserer dreiteiligen Blogreihe „Hitzeschutz und Klimawandelanpassung“ stellen wir das KlimaGesundheit-Starterset mit direkt einsetzbaren Materialien für den pädagogischen Alltag in Kitas und Kindergärten von kosmos b vor. So erhalten Pädagog*innen nicht nur wichtiges Hintergrundwissen, sondern auch konkrete Werkzeuge, mit denen Klimaanpassung und Hitzeschutz in der Kita praktisch umgesetzt werden können.

Warum Hitzeschutz in der Kita immer wichtiger wird
Kinder reagieren besonders empfindlich auf Umwelteinflüsse. Ihre körperliche Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, gleichzeitig können sie gesundheitliche Risiken häufig noch nicht selbst einschätzen. Sie sind deshalb darauf angewiesen, dass Erwachsene Warnzeichen erkennen, geeignete Schutzmaßnahmen treffen und den Tagesablauf an hohe Temperaturen oder andere Wetterextreme anpassen.
Hitze ist dabei nur eines von mehreren klimabedingten Gesundheitsrisiken. Auch intensive UV-Strahlung, Extremwetterereignisse, Luftschadstoffe, Allergene sowie Insekten und Schädlinge als mögliche Krankheitsüberträger können den Alltag von Kindern beeinflussen.
In unserer dreiteiligen Blogreihe „Hitzeschutz und Klimaanpassung im Sport“ stellen wir Projekte und Lösungsansätze vor, die zeigen, wie Bildungs- und Sportorganisationen auf steigende Temperaturen und weitere Klimafolgen reagieren können. Hier findest du unseren Teil 1: Klimaanpassung im Badmintonsport!
Gerade in Kitas treffen viele dieser Herausforderungen zusammen: Kinder bewegen sich viel, verbringen Zeit im Freien und können Durst, Erschöpfung oder körperliches Unwohlsein noch nicht immer klar ausdrücken. Gleichzeitig heizen sich Gruppenräume und Außenflächen an heißen Tagen schnell auf. Ein durchdachter Hitzeschutz in der Kita wird daher zu einem immer wichtigeren Bestandteil pädagogischer und organisatorischer Verantwortung.
KlimaGesundheit stärkt Pädagog*innen und Kinder
Hinter dem Starterset steht das Programm „KlimaGesundheit – Aktiv für Kinder“ der gemeinnützigen Berliner Organisation kosmos b. Die Organisation entwickelt seit vielen Jahren handlungsorientierte Bildungsangebote im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE.
Das ursprüngliche Programm „KlimaGesundheit – Aktiv für Kitas“ wurde von 2020 bis 2022 durchgeführt. Die dabei entstandenen Angebote und Materialien wurden anschließend weiterentwickelt. Wissenschaftler*innen der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie zahlreiche Erziehende in Aus- und Fortbildung waren an der Entwicklung und Erprobung beteiligt. Inzwischen hat das Programm mit mehr als 260 Kindertageseinrichtungen zusammengearbeitet.
Im Mittelpunkt steht ein wichtiger Gedanke: Kinder sollen vor den Folgen der Klimakrise geschützt werden, ohne ihnen Angst zu machen oder sie mit komplexen Problemen zu überfordern. Stattdessen werden Klimagesundheit und Klimaanpassung altersgerecht, spielerisch und handlungsorientiert vermittelt.
Kinder erleben, dass sie ihre Umgebung beobachten, Zusammenhänge verstehen und gemeinsam mit Erwachsenen Lösungen entwickeln können. Aus einer abstrakten Herausforderung wird damit etwas Konkretes: Wo finden wir Schatten? Wann ist es in unserem Gruppenraum zu warm? Wie schützen wir uns vor der Sonne? Und was hilft unserem Körper an einem heißen Tag?
Das Starterset bringt Hitzeschutz in der Kita in die Praxis
Das KlimaGesundheit-Starterset besteht aus zwei Teilen: einer dreistündigen digitalen Präventionsfortbildung und einem physischen KlimaGesundheit-Päckchen.
In der Onlinefortbildung erhalten Pädagog*innen verständliche Wissensimpulse zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Klimakrise auf Kinder. Gemeinsam werden praxisnahe Handlungsmöglichkeiten für den Kitaalltag besprochen. Gleichzeitig bietet die Fortbildung Raum für Fragen, Erfahrungsaustausch und Vernetzung mit Fachkräften aus anderen Einrichtungen.
Nach der Fortbildung soll das Gelernte nicht in einer digitalen Ablage verschwinden. Dafür sorgt das KlimaGesundheit-Päckchen. Es enthält Materialien, mit denen Pädagog*innen gemeinsam mit den Kindern unmittelbar aktiv werden können.
Dazu gehören beispielsweise:
- ein Thermometer und ein Hitzeprotokoll zur Beobachtung der Raumtemperatur,
- UV-Perlen und eine Vorlage für einen gemeinsamen UV-Check,
- das Kartenset „Naturgefühle“ für die Arbeit mit Kindern,
- Checklisten für die Kita,
- Materialien zum Schutz vor Zecken sowie
- Poster für die Information und Zusammenarbeit mit Eltern.
Das Hitzeprotokoll macht beispielsweise sichtbar, wann sich ein Raum besonders stark erwärmt. Gemeinsam kann anschließend überlegt werden, welche Maßnahmen helfen: früher lüften, Fenster abdunkeln, Aktivitäten verlagern oder zusätzliche Trinkpausen einplanen. So verbindet das Starterset Wissensvermittlung, Beobachtung und konkretes Handeln.
Klimaanpassung kann spielerisch beginnen
Das KlimaGesundheit-Starterset zeigt, dass bereits kleine Veränderungen im Tagesablauf, gut informierte Pädagog*innen und kindgerechte Materialien dazu beitragen, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und Kinder besser zu schützen.
Pädagog*innen erfahren, warum bestimmte Maßnahmen notwendig sind, und erhalten gleichzeitig die passenden Werkzeuge für die direkte Umsetzung. Dadurch wird Hitzeschutz in der Kita nicht zu einer zusätzlichen abstrakten Aufgabe, sondern zu einem sichtbaren Teil des gemeinsamen Alltags.
Auch für Schulen, Sportvereine und andere Bildungsorte ist dieser Ansatz spannend. Denn überall dort, wo Kinder lernen, spielen und sich bewegen, braucht es Wissen, Vorbereitung und klare Abläufe für heiße Tage.
Du möchtest Klimawandelanpassung, Hitzeschutz und Bildung für nachhaltige Entwicklung altersgerecht vermitteln? In den Workshops von move4sustainability verbinden wir Wissen mit Bewegung und entwickeln gemeinsam konkrete Ideen für Bildungs- und Sporteinrichtungen.

Julia ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Nachhaltigkeitsbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit darin bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.