Lehrmaterial des Monats: Planspiel Nachhaltigkeit im Sport / LAG 21 NRW
Wie kann ein Sportverein nachhaltiger werden, wenn sowohl das Budget als auch die zeitlichen Ressourcen im Ehrenamt begrenzt sind? Genau mit dieser realistischen Herausforderung beschäftigt sich unser Lehrmaterial des Monats: das Planspiel „Spielraum für Nachhaltigkeit im Sportverein“ der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW.

Nachhaltigkeit im Sport spielerisch erarbeiten
Sportvereine prägen das gesellschaftliche Miteinander und erreichen Menschen aller Altersgruppen – damit haben sie großes Potenzial, nachhaltige Entwicklung aktiv mitzugestalten. Wer ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung übernimmt, stärkt zugleich die Zukunftsfähigkeit des eigenen Vereins. Um sich damit auseinanderzusetzen, hat die LAG 21 NRW das kostenfrei verfügbare Planspiel zu Nachhaltigkeit im Sportverein entwickelt. Es lädt dazu ein, nachhaltige Vereinsentwicklung gemeinsam auszuprobieren und zu erarbeiten. Die Teilnehmenden schlüpfen in die Rolle eines Vereinsvorstands, setzen Prioritäten und entscheiden, welche Maßnahmen mit den vorhandenen finanziellen und personellen Ressourcen tatsächlich umgesetzt werden können. Das Planspiel wurde im Rahmen des Forschungsprojekts BUNA – Breitensport, Umwelt und Nachhaltigkeit entwickelt.
Der Ablauf: Zu Beginn erhält jede Gruppe das Profil eines fiktiven Sportvereins. Die Auswahl reicht vom Stadtteilverein mit starkem Jugendanteil über einen inklusiven Mehrspartenverein bis hin zum ambitionierten Verein mit modernen Sportanlagen oder einem Fußballklub mit aktiver Fankultur. Jeder Verein bringt andere Voraussetzungen, Ziele und Herausforderungen mit.
Anschließend wählen die Teilnehmenden aus verschiedenen Maßnahmenkarten aus. Zur Auswahl stehen beispielsweise eine Photovoltaikanlage auf dem Vereinsdach, Mehrweggeschirr bei Vereinsfesten, eine Secondhand-Ecke für Sportkleidung, ein Mitfahrportal für Auswärtsspiele, eine Nachhaltigkeits-AG für junge Mitglieder oder ein Workshop zur Vielfalt im Verein.
Jede Maßnahme kostet eine bestimmte Anzahl an Geld- und Ehrenamtspunkten. Dadurch wird schnell deutlich: Nicht jede gute Idee kann gleichzeitig umgesetzt werden. Die Gruppe muss diskutieren, abwägen und gemeinsam entscheiden, welche Schritte zum jeweiligen Vereinsprofil und zur vereinbarten Zukunftsvision passen.
Nachhaltigkeit im Sport gemeinsam priorisieren
Die große Stärke des Planspiels liegt für uns in seiner Praxisnähe. Es zeigt, dass nachhaltige Vereinsentwicklung nicht nur aus großen Investitionen besteht. Auch Bildungsangebote, neue Kooperationen, eine bessere Kommunikation oder kleine Veränderungen bei Mobilität, Konsum und Veranstaltungen können wichtige Hebel sein.
Gleichzeitig werden typische Herausforderungen aus dem Vereinsalltag sichtbar: Woher kommt das Geld? Wer übernimmt die Verantwortung? Welche Maßnahme ist ein schneller Erfolg und welche braucht eine langfristige Strategie? So unterstützt das Planspiel dabei, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und gemeinsam realistische Lösungen zu entwickeln.
Das Material eignet sich unter anderem für Fortbildungen, Workshops, Konferenzen und Vereinssitzungen. Enthalten sind die Spielanleitung, verschiedene Vereinsprofile, zahlreiche Maßnahmenkarten und eine Vorlage zur Dokumentation der Gruppenergebnisse.
Wichtig: Das Planspiel darf laut Nutzungshinweis ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke und unter Angabe der Quelle verwendet werden. Für eine kommerzielle Nutzung oder Bearbeitung ist eine ausdrückliche Genehmigung des Rechteinhabers erforderlich.
Das Planspiel zeigt auf motivierende Weise, wie aus unterschiedlichen Ideen eine gemeinsame Strategie entstehen kann. Zum Planspiel “Nachhaltigkeit im Sportverein” kommst du hier!
Viel Spaß beim Ausprobieren!
Du möchtest Nachhaltigkeit im Sport in deinem Verein, Verband oder Bildungsangebot stärker verankern und suchst nach weiteren passenden Methoden oder Workshopformaten? Wir unterstützen gerne!

Julia ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Nachhaltigkeitsbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit darin bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.