Die Klimakrise und ihre Auswirkungen auf den Sport

Julia Wlasak Kategorie: Nachhaltiger Sport Jul 16
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Der Sommer ist in vollem Gange, die Temperaturen steigen. Und mit der Klimakrise nehmen Extremwetterereignisse wie Hitzewellen und heftige Unwetter zu. Die Anzahl der Tropennächte steigt. Während viele Menschen versuchen, sich in klimatisierten Räumen abzukühlen oder im Freibad Erfrischung zu suchen, wird immer deutlicher, dass die Klimakrise weitreichende Auswirkungen auf alle Lebensbereiche hat – auch auf den Sport.

Hitzewellen und ihre direkten Auswirkungen auf den Sport

Die unerträgliche Hitze hat erhebliche Auswirkungen auf Sportler*innen und Zuschauer*innen gleichermaßen. Sportveranstaltungen im Freien, wie Marathons, Fußballspiele oder Tennisturniere, sind besonders betroffen. Die hohen Temperaturen stellen eine erhebliche Belastung für die Athlet*innen dar, die unter extremen Bedingungen an ihre körperlichen Grenzen stoßen. Hitzebedingte Gesundheitsprobleme wie Dehydrierung, Hitzeschlag und Kreislaufzusammenbrüche nehmen zu und zwingen Veranstalter dazu, Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, wie z.B. zusätzliche Trinkpausen oder das Verschieben von Wettkämpfen in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden.

Für Zuschauer*innen bedeutet die Hitze oft eine Belastung und kann die Begeisterung für Outdoor-Sportveranstaltungen mindern. Die sinkenden Besucherzahlen wirken sich wiederum negativ auf die Einnahmen der Veranstalter aus, was langfristige finanzielle Folgen haben kann.

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Extremwetterereignisse: Von Stürmen und Überschwemmungen

Neben der Hitze sorgen auch Extremwetterereignisse wie Stürme und Überschwemmungen für erhebliche Herausforderungen im Sport. Sportstätten und Infrastruktur werden immer häufiger beschädigt oder gar zerstört. Fußballplätze, Tennisplätze und Golfanlagen sind nach heftigen Regenfällen oft unbespielbar, was zu Spielabsagen und Verschiebungen führt. Die Sanierung und Wiederherstellung der Anlagen erfordern erhebliche finanzielle Mittel und Zeit, die viele Vereine und Betreiber*innen vor große Probleme stellen.

Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3261084/

Stürme und Unwetter gefährden auch die Sicherheit der Sportler*innen und Publikum. Beispielsweise mussten in der Vergangenheit bereits mehrere größere Sportveranstaltungen aufgrund drohender Unwetter verschoben oder abgesagt werden, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Diese Unvorhersehbarkeit und die damit verbundenen Kosten zählen ebenfalls zu den direkten Folgen der Klimakrise im Sport.

Langfristige Folgen der Klimakrise für den Sport

Die Klimakrise im Sport zeigt sich auch in langfristigen Veränderungen. So müssen sich Wintersportarten zunehmend mit dem Rückgang von Schneefall und der Verkürzung der Wintersaison auseinandersetzen. Skigebiete investieren enorme Summen in künstliche Beschneiung, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, was wiederum die Umweltbelastung durch erhöhten Wasser- und Energieverbrauch verstärkt.

Auch der Wassersport ist betroffen. Steigende Wassertemperaturen und die Veränderung von Meeresströmungen beeinflussen die Bedingungen für Surfer*innen, Segler*innen und Taucher*innen. Korallenriffe bleichen aus und sterben ab, was nicht nur die Biodiversität gefährdet, sondern auch den Tauchtourismus beeinträchtigt.

Nachhaltige Lösungen und Anpassungsstrategien

Angesichts der Herausforderungen durch die Klimakrise im Sport sind nachhaltige Lösungen und Anpassungsstrategien unerlässlich. Sportverbände und Veranstalter müssen Strategien und Maßnahmen entwickeln, um ihre eigenen Auswirkungen zu verringern und resilient zu bleiben. Dazu gehören z.B. der Einsatz erneuerbarer Energien, die Förderung von umweltfreundlicher Mobilität für Athlet*innen und Zuschauer*innen, der Schutz vulnerabler Gruppen und Initiativen zur Reduktion von Plastikmüll bei Sportveranstaltungen.

Hier geht es zum CO2-Rechner für Sportvereine!

Sportveranstaltungen und -stätten müssen sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen. Dazu zählen beispielsweise hitzeresistente Spielflächen, überdachte Zuschauerbereiche und die Integration von Klimaanpassungsmaßnahmen in die Planung und den Bau neuer Sportanlagen.

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Ein gemeinsamer Kraftakt

Die Klimakrise ist auch im Sport eine Herausforderung, die nicht ignoriert werden kann. Sie erfordert das Bewusstsein und das Handeln aller Beteiligten – von Politik, Sponsoren, Verbänden, Veranstaltern, Athlet*innen (z.B. die Ecoathletes) und Fans.

Was braucht es noch für eine nachhaltige und widerstandsfähige Sportlandschaft?

Portrait

Julia ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Nachhaltigkeitsbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit darin bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.

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