Klimawandelanpassung im Sport: Lösungsansätze aus dem NiKlas-Projekt
Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, intensive UV Strahlung oder schlechte Luftqualität verändern die Bedingungen für Training und Wettkampf. Klimawandelanpassung im Sport wird deshalb immer wichtiger. Dabei geht es darum, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und den Sport auf veränderte klimatische Bedingungen vorzubereiten. In diesem Blogartikel werfen wir einen Blick auf zwei Factsheets aus dem Forschungsschwerpunkt NiKlas „Nachhaltigkeit und Klimaanpassung im Leistungssport“ des Bundesinstituts für Sportwissenschaft. Sie zeigen konkrete Ansätze für die Sportpraxis auf.

Klimawandelanpassung im Sport beginnt lange vor dem nächsten heißen Wettkampftag. Entscheidend ist, im Vorfeld Wissen aufzubauen und geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Gleichzeitig müssen Maßnahmen zu Sportart, Trainingsumgebung und den Bedürfnissen der jeweiligen Athlet*innen passen. Der Forschungsschwerpunkt NiKlas „Nachhaltigkeit und Klimaanpassung im Leistungssport“ des Bundesinstituts für Sportwissenschaft bearbeitet genau dieses Themen. Die NiKlas Factsheets dokumentieren zentrale Diskussionsergebnisse und Lösungsansätze aus der Auftaktveranstaltung zum Forschungsschwerpunkt Nachhaltigkeit und Klimaanpassung im Leistungssport und betrachten Klimaanpassung aus einer personenbezogenen und einer technischen Perspektive. Dadurch ergeben sich konkrete Ansätze für die Sportpraxis.
Klimawandelanpassung im Sport: Wissen schafft Handlungssicherheit
Das personenbezogene NiKlas Factsheet zeigt u.a., dass klimabedingte Gesundheitsrisiken wie eine hohe UV Belastung teilweise unterschätzt werden. Trainer*innen können hier eine wichtige Multiplikator*innenrolle übernehmen. Fortbildungen und Wissenstransfer sollen dazu beitragen, Risiken realistischer einzuschätzen und Handlungskompetenz aufzubauen.
In der Praxis kann das beispielsweise bedeuten, Training bei großer Hitze auf kühlere Tageszeiten zu verlegen oder Belastungsphasen anzupassen. Auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ein geeigneter Sonnenschutz spielen eine wichtige Rolle. Das technische NiKlas Factsheet greift diese Maßnahmen ebenfalls als Teil einer klimaangepassten Trainingsgestaltung auf.
Sportstätten an neue Bedingungen anpassen
Klimawandelanpassung betrifft ebenso die Infrastruktur. Im technischen Workshop wurde beispielsweise die Idee eines klimaneutralen, klimaangepassten und KI-unterstützten Olympiastützpunkts entwickelt. Vorgeschlagen werden Verschattung und Begrünung sowie Systeme zum Wasser und Sonnenschutz. Auch Regenwassernutzung oder Wasservernebelung werden als mögliche Maßnahmen genannt.
Digitale Technologien können diese Anpassung unterstützen. Wearables könnten beispielsweise Temperatur oder Flüssigkeitsverlust erfassen. Sensoren und intelligente Datenauswertung können helfen, Belastungen besser einzuschätzen und Entscheidungen im Training oder Sportstättenmanagement zu unterstützen. Das Factsheet weist gleichzeitig darauf hin, dass Technologie gezielt eingesetzt werden sollte und strukturelle sowie verhaltensbezogene Maßnahmen weiterhin notwendig bleiben.
Klimaanpassung im Sport muss unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen
Besondere Aufmerksamkeit verdient der inklusive Sport. Das personenbezogene Factsheet thematisiert die Thermoregulation bei Athlet*innen mit körperlichen Einschränkungen. Je nach körperlicher Voraussetzung können hohe Temperaturen oder hohe Luftfeuchtigkeit andere gesundheitliche Auswirkungen haben. Genannt werden beispielsweise erhöhte Hitzeerkrankungsrisiken und besondere Anforderungen an den Wasserhaushalt.
Gleichzeitig zeigt das Factsheet den hohen Forschungsbedarf auf, der nach wie vor besteht. Klimawandelanpassung sollte deshalb möglichst individuell gedacht und durch sportartspezifische Erkenntnisse weiterentwickelt werden.
Klimawandelanpassung im Sport als Teil zukunftsfähiger Sportentwicklung
Die Factsheets machen deutlich, dass Klimawandelanpassung im Sport viele Ebenen umfasst. Wissen und Trainingsgestaltung spielen dabei ebenso eine Rolle wie Sportstätten, technologische Lösungen und passende organisatorische Rahmenbedingungen. Für Sportorganisationen lohnt es sich deshalb, frühzeitig zu prüfen, welche Klimarisiken für ihre Sportart relevant sind und welche Maßnahmen bereits heute umgesetzt werden können.
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Julia ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Nachhaltigkeitsbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit darin bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.