Sonnencreme im Sport: Haut und Natur geschützt?

Julia Wlasak Kategorie: Nachhaltiger Sport Aug 17
Reading Time: 3 minutes

Sonnencreme gehört für viele ganz selbstverständlich zum Sport im Freien dazu. Ob beim Laufen, Radfahren, Wandern, Wassersport oder Training am Sportplatz: Wer längere Zeit draußen aktiv ist, sollte seine Haut vor UV-Strahlung schützen. Doch hast du dich schon einmal gefragt, was eigentlich passiert, wenn Sonnencreme beim Schwimmen oder über das Abwasser in unsere Umwelt gelangt? In diesem Blogartikel bekommst du nähere Einblicke zum Sunscreen Guide von Sails of Change und Sports for Nature.

Sonnenschutz ist für einen unbeschwerten Tag im Freien, vor allem im Sommer, nicht wegzudenken. Was man dabei oft vergisst: Nicht jede Sonnencreme ist auch für die Umwelt gleichermaßen unbedenklich. Gleichzeitig gibt es nicht die eine perfekte Lösung. Der Sunscreen Guide von Sails of Change und Sports for Nature versucht deshalb, Orientierung zu schaffen und zeigt, wie sich wirksamer UV-Schutz und mehr Rücksicht auf Natur und Gewässer miteinander verbinden lassen.

Sonnenschutz gehört zum Outdoorsport

Beim Sport verbringen wir oft viele Stunden im Freien. Ein ausreichender Sonnenschutz ist daher besonders wichtig. Neben Kleidung, Kopfbedeckung und der Nutzung von Schattenplätzen gehört Sonnencreme zu den möglichen Schutzmaßnahmen.

Gleichzeitig endet die Wirkung von Sonnencreme nicht unbedingt auf unserer Haut: Inhaltsstoffe können beim Baden, Schwimmen oder Duschen in Gewässer und Abwassersysteme gelangen. Genau diesen Zusammenhang greift der Sunscreen Guide auf. Er verweist auf Schätzungen, wonach weltweit jährlich zwischen 4.000 und 14.000 Tonnen Sonnencreme in aquatische Umgebungen gelangen. Einige Inhaltsstoffe können dort verbleiben und Auswirkungen auf Organismen und Ökosysteme haben.

Wichtig dabei: Der Guide betont selbst, dass derzeit keine Sonnencreme vollkommen ohne mögliche Umweltauswirkungen ist. Ziel ist daher nicht, das „perfekte“ Produkt zu finden, sondern bewusstere Entscheidungen zu treffen.

Welche Sonnencreme wählen? Mineralisch versus chemisch

Grundsätzlich gibt es organische, häufig als chemisch bezeichnete, und mineralische UV-Filter. Beide können wirksamen UV-Schutz bieten. Der Sunscreen Guide verfolgt jedoch einen vorsorgenden Ansatz und empfiehlt bevorzugt zertifizierte mineralische Sonnencremes, beispielsweise mit Zinkoxid oder Titandioxid.

Der Hintergrund: Bestimmte chemische UV-Filter wie Oxybenzon, Octinoxat oder Octocrylen werden hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf aquatische Organismen kritisch diskutiert. Mineralische Filter gelten deshalb derzeit als weniger kontroverse Option, vorallem in sogenannten Non-Nano-Formulierungen. Non-Nano-Partikel sind größere Partikel – zu groß, um in die gesunde Haut einzudringen. Sie bleiben auf der Hautoberfläche liegen und bilden dort eine schützende Schicht. Die kleineren Nanopartikel werden eingesetzt, damit sich Cremes leichter verteilen lassen und keinen weißlichen Film auf der Haut hinterlassen. Hier dreht sich allerdings die aktuelle Diskussion darum, ob sie tiefer in den Körper oder in Gewässer gelangen können

Das bedeutet allerdings nicht, dass mineralische Sonnencreme automatisch nachhaltig oder völlig unbedenklich ist. Auch hier spielen die gesamte Rezeptur, Partikelgröße, weitere Inhaltsstoffe und die richtige Anwendung eine Rolle – eine nicht ganz so leichte Angelegenheit.

Beim Einkauf lohnt sich aber trotzdem ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffliste. Der Guide empfiehlt unter anderem, auf problematisch diskutierte UV-Filter sowie auf Mikroplastik, PFAS, bestimmte Silikone, Parabene, Phthalate und unnötige Duftstoffe zu achten.

„Reef safe“ klingt gut – oder?

„Ocean friendly“ oder „reef safe“ beim Blick auf die Verpackung: Auf Sonnencremes finden sich mittlerweile zahlreiche vielversprechende Begriffe, die erstmal gut klingen. Das Problem dabei: Solche Bezeichnungen sind nicht automatisch geschützte oder unabhängig geprüfte Umweltzertifizierungen.

Der Sunscreen Guide empfiehlt deshalb, nicht nur auf die Vorderseite der Verpackung zu schauen. Als Orientierung nennt er eine zertifizierte, wasserresistente mineralische Sonnencreme mit mindestens LSF 30, möglichst als Creme oder Stick statt als Spray. Auch dafür gibt es einen praktischen Grund: Sprays können sich stärker in der Luft verteilen, wodurch Produkt verloren geht oder eingeatmet werden kann. Creme und Stick lassen sich gezielter auftragen und besser dosieren.

Hinweis: Die Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Der Sunscreen Guide folgt in Bereichen mit begrenzter Datenlage teilweise dem Vorsorgeprinzip und ersetzt keine medizinische oder dermatologische Beratung.

Kleine Entscheidungen mit Wirkung

Alltägliche Entscheidungen können einen Unterschied machen. Welche Sonnencreme wir verwenden, ist dafür ein gutes Beispiel. Es geht darum, mögliche Auswirkungen auf die Natur mitzudenken und darauf basierend auszuwählen.

Darin liegt auch der Wert des Sunscreen Guides: Er schafft mehr Transparenz und zeigt einen möglichen Weg zu bewussteren Entscheidungen. Zum gesamten Guide kommst du hier!

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Portrait

Julia ist Vollblut-Sportlerin. Sie blickt auf umfassende Erfahrung im Nachhaltigkeitsbereich zurück und wundert sich, warum Sport so wenig Aufmerksamkeit darin bekommt. Deswegen gründete sie im Dezember 2019 move4sustainability.

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